Operation


Operation

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Ope|ra|ti|on [opəra'ts̮i̯o:n], die; -, -en:
1. größerer chirurgischer Eingriff in den Organismus:
eine komplizierte, schwere Operation; eine Operation durchführen, vornehmen; sie hat die Operation gut überstanden; sich einer Operation unterziehen.
Zus.: Augenoperation, Darmoperation, Herzoperation, Magenoperation.
2.
a) (Militär) nach einem Plan genau abgestimmter Einsatz von Streitkräften; militärische Unternehmung eines Truppen- od. Schiffsverbandes mit genauer Abstimmung der Aufgabe der einzelnen Truppenteile od. Schiffe:
eine militärische Operation durchführen.
b) (bildungsspr.) Handlung, Unternehmung:
eine fragwürdige Operation.
Syn.: Unterfangen.

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Ope|ra|ti|on 〈f. 20
1. 〈Abk.: OP; Med.〉 chirurg. Eingriff in den lebenden Organismus
2. 〈allg.〉 Handlung, Tätigkeit, Arbeitsvorgang
3. 〈Math.〉 Rechenvorgang, der bestimmten mathematischen Grundsätzen folgt (Rechen\Operation)
4. 〈Mil.〉 Kampfhandlung, die einem bestimmten Zweck dient u. einem genauen Plan folgt, militärisches Unternehmen
5. 〈Wissth.〉 bestimmten Regeln folgendes wissenschaftlich nachkontrollierbares Verfahren
● eine \Operation durchführen, vornehmen; \Operation gelungen, Patient tot 〈umg.; scherzh.〉 die Ausführung war gut, aber der Erfolg bleibt leider aus; er hat die \Operation nicht überlebt; eine komplizierte mathematische \Operation ausführen; es ist nicht gelungen, eine militärische \Operation zu verhindern [<lat. operatio „Arbeit, Verrichtung, Wirken“]

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Ope|ra|ti|on , die; -, -en [lat. operatio = das Arbeiten; Verrichtung]:
1. chirurgischer Eingriff in den Organismus:
eine schwere O.;
eine O. durchführen, vornehmen;
sie hat die O. gut überstanden;
sich einer O. unterziehen;
den Patienten auf die, zur O. vorbereiten;
R O. gelungen, Patient tot (ugs.; trotz perfekter Durchführung wurde das eigentliche Ziel nicht erreicht).
2.
a) (Militär) nach einem Plan genau abgestimmter Einsatz von Streitkräften; militärische Unternehmung eines Truppen- od. Schiffsverbandes mit genauer Abstimmung der Aufgabe der einzelnen Truppenteile od. Schiffe:
militärische -en;
eine O. leiten;
das Misslingen einer O.;
b) (bildungsspr.) Handlung, Unternehmung:
eine fragwürdige O.
3.
a) (Math.) Rechenvorgang nach bestimmten mathematischen Gesetzen (z. B. Addition, Division);
b) (Fachspr.) wissenschaftlich nachkontrollierbares Verfahren; nach bestimmten Grundsätzen vorgenommene Prozedur;
c) (EDV) Ausführung eines ↑ Befehls (1 b) in einer Datenverarbeitungsanlage.

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Operation
 
[lateinisch »Verrichtung«] die, -/-en,  
 
 2) Informatik: allgemeine Bezeichnung für einen Arbeitsschritt einer Rechenanlage, in der Regel der Ausführung eines Maschinenbefehls entsprechend. Im Maschinenbefehl steht im Operationsteil die nach dem maschinenspezifischen Operationscode codierte Angabe der Operation, die der betreffende Befehl auslösen soll. Die Ausführung eines Befehls beginnt mit dem Interpretieren des Operationsteils, danach wird der im Operandenteil stehende Operand (oder mehrere Operanden) dem Resultat der Interpretation entsprechend behandelt. Wichtige Operationstypen sind: arithmetische (z. B. Addition) und logische Operation (z. B. ODER-Funktion), Operation zur Steuerung des Kontrollflusses (z. B. Sprungbefehl), Eingabe- und Ausgabeoperation, Transportoperation (z. B. Kopieren des Inhalts einer Speicherzelle in ein Register) und besondere Operationen, z. B. zur Behandlung eines Interrupts.
 
 3) Mathematik: jeder Rechenvorgang, bei dem ein mathematischer Term unter Beachtung mathematischer Gesetze umgeformt oder berechnet wird. Mathematische Operationen sind z. B. die Grundrechenarten, die Differenziation und Integration.
 
 4) Medizin: instrumenteller Eingriff in den lebenden Körper zu diagnostischen und/oder therapeutischen Zwecken; zu den invasiven medizinischen Verfahren gehörende Methode der Chirurgie. Neben der Abklärung von Krankheitsprozessen und Gewinnung von Gewebeproben gliedern sich die Behandlungsmaßnahmen in wiederherstellende Eingriffe (v. a. im Rahmen der Unfallchirurgie) zur Beseitigung von Blutungen (Gefäßnähte) und Behebung von Gewebezerreißungen und -defekten, kurative Eingriffe durch Entfernen von krankhaft verändertem Gewebe (Entzündungen, Tumoren) und Organen (einschließlich des Ersatzes durch Transplantate) oder von Hindernissen (z. B. arteriosklerotische Verengungen, Thromben, Steinbildungen) und die Maßnahmen der Geburtshilfe (v. a. Schnittentbindung). Zunehmend werden Operationen auch endoskopisch durchgeführt (minimalinvasive Chirurgie), d. h. mit durch Punktion in Körperhöhlen oder Organe eingebrachten Instrumenten (z. B. Entfernen der Gallenblase, Behandlung von Eierstockzysten); in anderen Fällen konnten operative Eingriffe durch nichtinvasive Verfahren (z. B. Stoßwellenlithotripsie bei Nieren- oder Gallensteinen) ersetzt werden.
 
Abgesehen von der Notfallmedizin wird eine Operation nach Abklärung der Indikation mit der Fragestellung, ob die Operation die sinnvollste und sicherste Behandlungsmethode darstellt, sorgfältig vorbereitet. Hierzu gehören die Information des Patienten über Art und Risiken des Eingriffs, zu dem er oder ein gesetzlicher Vertreter die schriftliche Einwilligung erteilen muss (außer in Notfällen), und die unmittelbaren Maßnahmen der Thrombose-, Schock- und Blutungsprophylaxe, der Blasen- und Darmentleerung und die Gabe von Arzneimitteln (z. B. zur Beruhigung) sowie die perioperative Intensivmedizin.
 
Die Operation wird in speziellen Operationsräumen (Abkürzung OP) eines Krankenhauses durchgeführt, die u. a. durch häufige Desinfektionsmaßnahmen keimarm gehalten werden. Hierbei bestehen getrennte Räumlichkeiten für aseptische Operationen (ohne Beteiligung von Infektionserregern) und septische Operationen (Eingriff an infiziertem Gewebe). Die Durchführung der Operation erfolgt durch eine Operationsgruppe (Team), bestehend aus Operateur mit Assistenten, Operationsschwester mit »Springer« für zusätzliche Handreichungen und dem Anästhesisten, der für die Durchführung der Narkose verantwortlich ist, meist zusammen mit einer Anästhesieschwester oder einem entsprechend geschulten Pfleger. Spezielle technische Einrichtungen werden von zusätzlichem Personal bedient. Vor jedem OP befindet sich ein Waschraum zur Händedesinfektion und ein Umkleideraum mit sterilisierter Kleidung; weitere Maßnahmen zur Verhinderung von Hospitalinfektionen (Hospitalismus ) sind die Verwendung von Mundschutz, Kopfbedeckung und Gummihandschuhen.
 
Die Einrichtung eines OP besteht aus dem in alle Richtungen verstellbaren Operationstisch, Instrumenten, Operationslampen, Narkoseapparat, Infusionseinrichtungen, Geräten zur Patientenüberwachung (Elektrokardiograph, Pulsoximeter, elektronisch gesteuerte Monitoren für Puls, Atmung, Blutdruck), Behältnisse zur sterilen Aufbewahrung von Verbandmaterial und Wäsche; bei Bedarf sind zusätzliche Einrichtungen wie Röntgengeräte, Herz-Lungen-Maschine (z. B. bei Herzoperationen) einsetzbar. In der Regel wird durch Klimaanlagen mit bakteriendichten Filtern ein gleich bleibender Temperatur- und Feuchtigkeitsgrad aufrechterhalten.
 
Über den Verlauf der Operation, deren Ergebnis und etwaige Komplikationen (z. B. Narkosezwischenfälle) wird ein Operationsbericht für die Krankenunterlagen angefertigt.
 
Rechtliches:
 
Behandlungsfehler, Arzt (Recht).
 
 5) Militärwesen: allgemein jede zeitlich und räumlich zusammenhängende, auf ein bestimmtes Ziel gerichtete Handlung einer Seite. Trifft eine Operation auf eine solche der Gegenseite, kommt es zum Gefecht. Die Operation kann Truppenbewegungen, Kampfhandlungen sowie sonstige Maßnahmen jeder Art und jeden Umfangs umfassen. - Über die Ebene der Division hinausgehende, größere Operationen innerhalb eines Kriegsschauplatzes werden von Stäben der operativen (Führungs-)Ebene geführt, die die Klammer zwischen der taktischen und der strategischen Ebene bildet. In der NATO zählen zur operativen Ebene (auch als »obere Führungsebene« bezeichnet) die Korps und die Oberkommandos der Befehlsbereiche, z. B. AFNORTH.
 
 6) Psychologie: Handlung oder Leistung, bei der vielfach zwischen konkreten und geistigen Operationen unterschieden wird; Letztere werden oftmals als verinnerlichte äußere Handlungen gedacht. In diesem Sinn wird der Begriff z. B. von J. Piaget im Rahmen seiner Theorie über die Entwicklung des Denkens gebraucht.
 
 7) Sprachwissenschaft: Veränderung sprachlicher Einheiten zur Ermittlung ihrer paradigmatischen und syntagmatischen Struktur (Paradigma, Syntagma).

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Ope|ra|ti|on, die; -, -en [lat. operatio = das Arbeiten; Verrichtung]: 1. chirurgischer Eingriff in den Organismus: eine komplizierte, schwere O.; eine kosmetische O.; Der gerissene oder beschädigte Meniskus kann zwar mit einer endoskopischen O. wieder geflickt werden (Spiegel 27, 1993, 165); Der Chirurg empfahl die O. beider Leibbrüche (Hackethal, Schneide 68); eine O. ausführen, durchführen, vornehmen; sie hat die O. gut überstanden; sich einer O. unterziehen; den Patienten auf die, zur O. vorbereiten; nur durch eine O. kann ihr Leben gerettet werden; R O. gelungen, Patient tot (ugs.; trotz perfekter Durchführung wurde das eigentliche Ziel nicht erreicht). 2. a) (Milit.) nach einem Plan genau abgestimmter Einsatz von Streitkräften; militärische Unternehmung eines Truppen- od. Schiffsverbandes mit genauer Abstimmung der Aufgabe der einzelnen Truppenteile od. Schiffe: militärische, taktische -en; eine O. durchführen, leiten; das Misslingen einer O.; b) (bildungsspr.) Handlung, Unternehmung: die zweite ... Gesellschaft, die ... ihre -en (ihre Tätigkeit) eingestellt hat (St. Galler Tagblatt 563, 1968, 7). 3. a) (Math.) Rechenvorgang nach bestimmten mathematischen Gesetzen (z. B. Addition, Division); b) (Fachspr.) wissenschaftlich nachkontrollierbares Verfahren; nach bestimmten Grundsätzen vorgenommene Prozedur; c) (EDV) Ausführung eines Befehls (1 b) in einer Datenverarbeitungsanlage.

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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